Pressestimme zum Konzert vom 24.04.2016 in Urphar (Wehrkirche)

Romantische Töne in der Wehrkirche

Romantische Töne in der Wehrkirche Urphar - Duo con emozione

Foto: Peter Riffenach

Urphar. Auch wenn man es kaum glauben mag angesichts des Schmuddelwetters der vergangenen Tage: Es wird Frühling. Und weil diese Jahreszeit voll Emotionen ist, luden die Verantwortlichen der Urpharer Abendmusik passend das Duo »con emozione« in die Wehrkirche ein. Mit ihrem Programm »Ein Veilchen auf der Wiese stand …« lockten die Künstler den knapp 60 Zuhörern ein Lächeln aufs Gesicht.
Norbert (Klavier) und Liane Fietzke (Sopran) touren mit unterschiedlichen Liedprogrammen seit über 20 Jahren durch die Lande. Dreimal machten sie bereits in Urphar Station und überzeugten bisher jedes Mal das Publikum mit ihrem engagierten Auftritt.
Gleich mehrfach kam die Blume aus dem Programmtitel in den Texten der Lieder vor, die die Sopranistin interpretierte. Sie fungierte auch als heiter, unterhaltsame Moderatorin. Das Gedicht vom Veilchen, das Goethe 1774 verfasste, wurde mehrfach vertont. An diesem Abend gab es die Versionen von der Herzogin Anna Amalia und Wolfgang Amadeus Mozart. Die »sehr persönlichen Kompositionen« des Letzteren waren noch mehrfach zu hören, so unter anderem sein »Zauberer« und die »Abendempfindung«. Auch die Melodie zu »Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün« stammt aus der Feder des Genies. Bei diesem Lied lud die Sängerin das Publikum mit dem ausdrücklichen Hinweis an die Damen »Der Sopran bin ich« zum Mitsingen ein.
Zweimal ausgebrochen
Auch andere Berühmtheiten wie Joseph Haydn (Landlust), Felix Mendelssohn Bartholdy (Auf Flügeln des Gesangs), Ludwig van Beethoven (Mignon) und Franz Schubert (Leise flehen meine Lieder und Auf dem Wasser zu singen) kamen zu Ehren. Lediglich Carl Reinecke, ein ehemaliger Gewandhauskapellmeister, und Adolph von Vagedes, ein Architekt und Hobbykomponist aus Düsseldorf, dürften dem Publikum in der Wehrkirche weniger bekannt gewesen sein.
Norbert Fietzke, der wie seine Frau an der Musikhochschule Leipzig studierte, brach nur zweimal aus der Rolle des zurückhaltenden Begleiters aus. Mit »Impromptus Nr. 2, op. 142« von Franz Schubert und dem »Rondo D-Dur KV 485« von Wolfgang Amadeus Mozart stellte er seine Fähigkeiten als Solist unter Beweis.
www.main-echo.de, (Peter Riffenach)

108. Abendmusik in der Urpharer Jakobskirche:

„Con emozione“ trat zum dritten Mal auf
Romantische Töne in der Wehrkirche Urphar - 2016

Foto: Lange (FN)

Publikum beeindruckt und berührt
Urphar. „Con emozione“ („mit Gefühl“) ist der Name des Duos Liane Fietzke (Sopran) und Norbert Fietzke (Piano) und so lautete auch das Motto der 108. Abendmusik in der Urpharer Jakobskirche, von dem sich ein zahlreiches Publikum am Abend des Sonntags „Kantate“ („Singet“) beeindrucken und berühren ließ.
Mit dem Lied „Landlust“ von Joseph Haydn begann der Reigen der Gesänge um Liebe und Verehrung, aber auch Trauer und Abschiedsschmerz. An „Papa“ Joseph Haydn habe man sich damals gemessen, so moderierte Liane Fietzke informierend, aber immer mehr auch emotional einstimmend auf die gefühlvollen Texte und Melodien: „Der Kern Mozartscher Musik ist tiefe Menschlichkeit“. Und darum ging es in der folgenden Stunde bei vielen bekannten Liedern von Mozart, Beethoven und Schubert, aber auch bei beachtenswerten musikalischen Entdeckungen wenig geläufiger Komponisten und Textdichter. So erfuhr man, dass Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar nicht nur „Das Veilchen“ von Goethe meisterhaft vertonte, sondern auch ein erstes Mozart-Denkmal in Weimar aufstellen ließ. Der Städteplaner Adolph von Vagedes, der die Düsseldorfer Königsallee konzipierte, war ebenfalls ein begabter Musiker, dessen Lied „Sehnsucht“ viele dramatische Elemente enthielt.
Mit zwei Klavierstücken, dem Impromptus op. 142 Nr. 2 von Franz Schubert und dem virtuosen Rondo D-Dur, KV 485 von Wolfgang Amadeus Mozart konnte Norbert Fietzke zeigen, dass er nicht nur als hochqualifizierter Begleiter, sondern auch als ebenso gefühlvoller wie technisch versierter Pianist hohe Anerkennung verdient.
Immer wieder war „Das Veilchen“ von Goethe Gegenstand der Lieder, schließlich in der wohl bekanntesten Fassung von Wolfgang Amadeus Mozart mit dem ergreifenden Schluss. Immer deutlicher wurde der Bezug der besungenen Gefühle und Erfahrungen zum ganzheitlich empfundenen menschlichen Leben. Das vielleicht anrührendste Lied, dessen ergreifender Text vom Publikum mucksmäuschenstill mitverfolgt wurde, beschrieb dies besonders eindringlich: „Abend ist’s, die Sonne ist entschwunden, so entflieh’n des Lebens schönste Stunden“.
Mit zwei Zugaben fasste das Duo noch einmal zusammen: Mit der Leichtigkeit Mozartscher Musik solle man durchs Leben gehen. Pfarrer Ortwin Engler beendete das feine Konzert mit einem alt-irisch-keltischen Segensspruch.
© Fränkische Nachrichten, Mittwoch, 27.04.2016, (Foto & Text: Lange)